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Diepoldsau Über 100 Seniorinnen und Senioren folgten der Einladung der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Diepoldsau-Widnau-Kriessern und besuchten die diesjährige Seniorenweihnachtfeier im Kirchgemeindehaus Diepoldsau. Zunächst wurden die Gäste mit einem feinen Essen verwöhnt, serviert vom Frauenverein. Anschliessend erfreuten 22 Kinder des Kindergartens Kirchenfeld unter der Leitung von Madeleine Dierauer, Tanja Ruess und Corinne Häusler mit dem Krippenspiel «Em Simon sini 4 Liechter». Und dann folgte schon die nächste Überraschung: Pfarrer Urs Dohrmann trug ein besinnliches Gedicht zum Thema «Engel» vor. Zum «Dessert» griff Pfarrer Andreas Brändle zur Gitarre – gemeinsam wurden bekannte, traditionsreiche Weihnachtslieder gesungen. (AB)

Mit demKrippenspiel «Em Simon sini 4 Liechter» zogen die Kinder des Kindergartens Kirchenfeld die Gäste in ihren Bann. Bild: AB


Das Lemuel-Team, vordere Reihe, von links: Gerhard Schippert, Cornelia Schippert, Ruth Lareida, Reto Lareida, Elisabeth Brühlmann, Walter Brühlmann. Hintere Reihe, von links: Pfarrer Andreas Brändle und Patrick Weder, Vizepräsident der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Diepoldsau-Widnau-Kriessern. Bild: wi

Diepoldsau Viren können auch Positives bewirken. Zum Beispiel der Virus namens «Lemuel». Eingeschleppt wurde er von Patrick Weder, dem Vizepräsidenten der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Diepoldsau-Widnau-Kriessern. Er bot der Organisation, die sich seit Jahren für eine gezielte Ausbildung und Existenzsicherung von Menschen auf Haiti einsetzt, eine Plattform im Rahmen des Gottesdienstes vom Sonntag, 9. Dezember. Mit pointierten Worten beleuchtete Pfarrer Andreas Brändle die biblische Figur, König Lemuel, der von seiner Mutter ermahnt wird, nicht dem Müssiggang und Alkohol zu verfallen, sondern sich voll für sein Land einzusetzen. Die darauf folgende Präsentation von Cornelia Schippert und Reto Lareida zeigte, wie aktuell diese Geschichte ist: In Haiti herrscht 80 Prozent Arbeitslosigkeit. Viele Männer resignieren, trinken, spielen und halten sich mit Gelegenheitsarbeiten und Kleinkriminalität über Wasser. Es sind vor allem die Frauen, die sich trotz des Elends für bessere Perspektiven einsetzen, zum Beispiel mit der Herstellung von Textilprodukten in den Ateliers von Lemuel, die nach dem Gottesdienst im Kirchgemeindehaus verkauft wurden. Initiiert wurde Lemuel von Cornelia Schippert, die bei einem Haiti-Aufenthalt mit ihrem Mann, dem pensionierten Pfarrer Gerhard Schippert, die unerträgliche Not des ärmsten Landes der westlichen Welt hautnah mitbekam. 75 Prozent der Kinder sind mangelernährt, was oft zu gravierenden körperlichen und geistigen Fehlentwicklungen führt. Cornelia Schippert gründete ein Nähatelier für Frauen und befähigt sie seither dazu, dass sie die Schuluniformen für ihre Kinder selbst nähen und sich mit weiteren Näharbeiten auch einen Zustupf für die Haushaltkasse verdienen können. Auch dieser Virus verbreitete sich weiter: Heute betreibt Lemuel verschiedene Projekte auf Haiti, die solide Ausbildung, sinnvolle Arbeitsplätze sowie gesicherte Lebensverhältnisse für Kinder und Erwachsene gewährleisten. Ein Ende ist nicht abzusehen. Der Grundsatz von Lemuel lautet: «Hilfe zur Selbsthilfe.» So werden alle Institutionen von Einheimischen geführt, die vom Lemuel-Team ausgebildet und begleitet werden. Wer auf www.lemuel.ch nachschaut, stellt fest, dass Haiti schon von etlichen Lemuel-Projekten übersät ist, die auf effizienteste Weise Menschlichkeit und eine gesunde Basiswirtschaft in das von Kriminalität und Chaos gebeutelte Land bringen. Alle Mitwirkenden des Lemuel-Teams zahlen ihre Spesen – Reisen und Aufenthalte auf Haiti plus administrative Aufwände – vollumfänglich aus dem eigenen Sack. Spenden fliessen also ungeschmälert in die viral sich verbreitenden und stetig wachsenden Projekte. (wi)

Widnau «Love is in the Air» – der prägnant gestaltete Flyer mit diesem Titel lockte am frühen Samstagabend, 1. Dezember, zahlreiche Gottesdienstbesucherinnen und -besucher in die evangelische Kapelle, wo Pfarrerin Silke Dohrmann zur 1.-Advent-Feier zum unerschöpflichen Thema «Liebe» lud. Selbst beim Welthit «Love is in the Air» sei nicht sicher, ob sich das Lied an einen Menschen oder an Gott richte, so Silke Dohrmann. «Das zeigt auch, wie vielfältig Liebe sein kann.» Anhand eines Gedichtes von Erich Fried und Psalmtexten öffnete sie den thematischen Fächer auf spannende Art. Dazwischen wurde leidenschaftlich gesungen. Natürlich über die Liebe. Mal solo, mal im vierstimmigen Frauenensemble mit Ruth Eggenberger, Liane Weiss, Carola Dörig und Anjela Brockmann und meist gemeinsam mit den Kirchenbesuchern – das alles unter der musikalischen Leitung Karin Fend, Piano, und verstärkt mit Jonas Hutter, Perkussion, Thomas Ruez, Gitarre, Katja Weber, Querflöte, sowie Severin Fässler am Schwyzerörgeli und Akkordeon. Ein begeisternder Höhepunkt war die Uraufführung des Songs «I'll love you», komponiert und vorgetragen von Thomas Ruez – und seiner Gattin gewidmet. (wi)

Pfarrerin Silke Dohrmann (rechts) und die musikalische Leiterin Karin Fend (2. v.r.) begeisterten gemeinsam mit den Instrumentalisten und den Sängerinnen. Mit «I'll love you» gelang Thomas Ruez hinten rechts) eine eindrückliche Uraufführung. Bild: wi